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Geförderte Projekte

In insgesamt drei Sitzungen hat der Beirat zum Förderprogramm »Revolution und Demokratie« über die Vergabe der Mittel aus dem Programm für 2019 entschieden und aus 103 eingereichten Anträgen 70 Projekte für eine Förderung ausgewählt. Nach dem Versand der Zuwendungsbescheide durch die Sächsische Aufbaubank werden die Projekte auf dieser Seite vorgestellt.

In der Ausstellung »Mehrheiten« der Stiftung Galerie für zeitgenössische Kunst befasst sich der Künstler Clemens von Wedemeyer mit Phänomenen der Massenbildung – von den Leipziger Montagsdemonstrationen bis zu heutigen Repräsentationen von Gemeinschaft in digitalen Netzen.

Das Projekt beinhaltet das Begleitprogramm zur Ausstellung und möchte ästhetische Erfahrung mit politischer Bildung verknüpfen sowie die Bedeutung zivilgesellschaftlichen Engagements unterstreichen.

Im Projekt Demokratie und Ökonomie des Arbeit und Leben Sachsen e.V. wird die Transformation der Arbeitswelt nach 1990 aus der Perspektive der Beschäftigten im Freistaat Sachsen behandelt.

Der wirtschaftliche Wandel seit 1990 soll aus der Sicht der Arbeitnehmer dargestellt und der Umbruch und seine Folgen sowie der Aufbau demokratischer Mitbestimmungsstrukturen in Betrieben sollen beleuchtet werden.

Geplant ist eine multimediale, kompakte und kurzweilige Dokumentation, die auf zwei größeren Veranstaltungen präsentiert werden soll und dann Interessierten zur Verfügung steht.

Gefördert werden soll insbesondere das Zusammentragen und Aufbereiten des Materials, das Erstellen der Videos und die Vorbereitung und Umsetzung der Jubiläumsveranstaltungen. Dazu gehört auch eine multimediale Webseite.

Im Projekt Umbruch im Klassenzimmer sollen sich Jugendliche mit den Geschehnissen vor 30 Jahren befassen, ihre Eltern und Verwandte befragen, nach Fotos und anderen Dokumenten suchen.

Verglichen werden auch die Lern- und Lehrmetoden vor und nach 1989. Wie wäre die Entwicklung verlaufen, wenn es die Friedliche Revolution nicht gegeben hätte? Wie hat sich der Umbruch auf das gesellschaftliche Leben und auf den Schulalltag ausgewirkt? Aus den Ergebnissen der Recherchen soll ein Theaterstück entstehen.

Im Projekt  des Jazzzclub Leipzig e.V. geht es um eine Uraufführung von »Inseparable. Unteilbar« – eine Komposition für Big Band und gemischten Chor von John Hollenbeck mit einem Libretto von Nora Gomringer.

Die Leipziger Bigband Spielvereinigung Sued möchte mit »This is how we become inseparable« ein politisches Werk schaffen, das zum einen die heutigen gesellschaftlich relevanten Themen aufgreift und zum anderen an die Friedliche Revolution erinnert. Das Werk soll im Rahmen der 43. Leipziger Jazztage im Oktober 2019 im Opernhaus Leipzig uraufgeführt werden.

Anlässlich des 30. Jahrestages des Paneuropäischen Picknicks möchte das Leipziger Symphonieorchester am 19. August 2019 gemeinsam mit den Liszt Ferenc Symphonikern und österreichischen Solisten unter Leitung eines französischen und eines ungarischen Dirigenten ein Festkonzert in Sopron bestreiten. An der Veranstaltung nehmen namhafte Gäste aus dem In- und Ausland teil.

»So konnte es nicht weitergehen« – Eine Stadt (Wurzen) erzählt die Wende.

Die Soziologin und Fotografin Dr. Cordia Schlegelmilch hat zwischen 1990 und 1996 rund 170 mehrstündige biographische Interviews mit Bewohnern der Stadt und des Kreises Wurzen durchgeführt. Gesprächsbereitschaft und Offenheit waren damals sehr groß. Sie hat die Veränderungen in der Stadt zu dieser Zeit mit mehr als 4.000 Fotografien dokumentiert.

80 Fotografien sollen für eine Ausstellung ausgewählt werden. Zur Eröffnung soll ein Buch mit Fotografien und Auszügen aus den Interviews erscheinen. Mit der Ausstellung und dem Buch sollen Gespräche mit Zeitzeugen initiiert werden.

Im Projeklt von Hans-Peter Spitzner geht es um die Neuauflage, Überarbeitung, Übersetzung und Selbstverlag des Buches »Nadel im Ozean«.

Das Buch »Die Nadel im Ozean« beschreibt die Flucht (die letzte Flucht, die aus der DDR registriert wurde) Hans-Peter Spitzners mit seiner siebenjährigen Tochter 1989 über den Checkpoint Charlie. In dem Buch geht es um persönliche Anekdoten und um historische Fakten. Das Buch soll auch ins Englische übersetzt werden. Zudem soll das Buch überarbeitet und als E-Book angeboten werden.

Am 6. Oktober 2019 soll in der St. Johannis Kirche Plauen die 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven aufgeführt werden. Das Festkonzert soll im Rahmen des 30. Jahrestages der Friedlichen Revolution stattfinden.

Aufgeführt wird das Konzert von der Vogtlandphilharmonie Greiz/Reichenbach unter der Leitung von Generalmusikdirektor Stefan Fraas, unter Mitwirkung der Singakademie Dresden, des Chors des Clara-Wieck-Gymnasiums Zwickau und vier weiterer Solisten. In die Besetzung sind vorwiegend junge Menschen eingebunden.

Die letzten Jahre der DDR – Die 80er Jahre Plauens bis zum 7. Oktober 1989.

Mit ca. 80 Bildtafeln und Bannern sollen die letzten acht Jahre der DDR und im speziellen Plauens als Vorreiter der Friedlichen Revolution 1989 dargestellt werden. Einblicke in das Leben im »real existierender Sozialismus« sollen gegeben und Gründe für dessen Scheitern aufgezeigt werden.

Bei Ausstellungsführungen kann so besonders Jugendlichen und nach 1989 Geborenen ein Teil jüngster deutscher Geschichte vorurteilsfrei, aber fundiert und realistisch nahe gebracht werden. Eine Dokumentation zur Ausstellung, ergänzt mit Berichten von Zeitzeugen ist geplant.  Die Bildtafeln sollen auch für weitere Ausstellungsprojekte zur Verfügung stehen.

3D-Laser Grafikprojektion »Friedliche Revolution in Plauen«

Die Stadt Plauen war eine der wichtigen Ereignisorte in der Friedlichen Revolution. Bereits am 5. Oktober 1989 versammelten sich 1.500 Bürger im Rahmen der von der evangelischen Kirche organi-sierten Friedensandachten. Am 7. Oktober kam es zur ersten großen Massendemonstration in Sachsen mit 15.000 Teilnehmern.

Von den wichtigsten Ereignissen werden Filmsequenzen erstellt, in denen das Datum, die Uhrzeit und die Namen der Hauptakteure eingeblendet werden. Es soll eine animierte Lasergrafik entstehen, die in einen etwa dreiminütigen Film mündet, der mit Originaltönen und Soundeffekten unterlegt wird.

Der Film soll am 7. Oktober 2019, dem »Tag der Demokratie“« das erste Mal gezeigt werden. Diese Aufführung ist eingebettet in zahlreiche andere Veranstaltungen an diesem Tag. Weitere Aufführungen sind geplant.

Bilanz nach 30 Jahren Friedliche Revolution in Plauen und dem Vogtland – Dokumentarfilm.

Der etwa 30minütige Dokumentarfilm soll sich mit den Verhältnissen in der DDR, dem Grenzregime, der Überwachung und Unterdrückung sowie dem wirtschaftlichen Niedergang in der Endphase der DDR befassen.

Er thematisiert den schwierigen Start in die Demokratie ebenso wie die Härten des Transformationsprozesses. Die in 30 Jahren erreichten Erfolge sollen gezeigt, enttäuschte Erwartun-gen aber nicht verschwiegen werden.

Zeitzeugenberichte stehen im Mittelpunkt des Filmes. Er soll die Identifikation mit der Demokratie und das politische Engagement fördern. Im Erinnerungsjahr sind mehrere Veranstaltungen mit diesem Film geplant.

»Wie alles anders bleibt«. 30 Jahre Aufbruch in Sachsen.

Eine Veranstaltungsreihe setzt sich damit auseinander, welche Rolle die Literatur und die Autoren, insbesondere in Sachsen, für die revolutionären Entwicklungen 1989 spielten und wie sich die Ereignisse von 1989 in neuesten literarischen Zeugnissen spiegeln.

Dazu sollen Zeitzeugen, Erzähler, Reporter, Filmemacher und Fotografen in das Literaturhaus Leipzig eingeladen werden, u.a. Bernd-Lutz Lange, Hans Christoph, Jana Hensel, Marie-Louise Scherer, Hanna Schott.

Das Projekt stellt einen popkulturellen Soundtrack des Jahres 1989 in der DDR und den benachbarten ostmitteleuropäischen Staaten vor und geht insbesondere auf lokale Vorgänge in Leipzig ein.

Zeitzeugen und Experten sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der verschiedenen Länder aufzeigen und die gegenseitige Wahrnehmung und das Verständnis fördern. Geplant ist über einen längeren Zeitraum eine Konzert-, Film- und Diskussionsreihe sowie eine am zeitlichen Ablauf orientierte Sound- und Videoinstallation im Rahmen einer Ausstellung.

Die Ausstellung von Gedenkmedaillen und Münzen zu 100 Jahre Freistaat Sachsen und 30 Jahre Friedliche Revolution sollen die historischen Ereignisse beleuchten.

Dazu werden beleuchtete Vitrinen und Bilderrahmen angeschafft. Die Medaillen und Münzen sind Eigentum der Vereinsmitglieder und werden für die Ausstellung unentgeltlich bereitgestellt. Die Ausstellung soll nach den gegenwärtigen Planungen in Bautzen, Dresden, Worms und Dreux, der Partnerstadt von Bautzen, gezeigt werden. Am Rande der Ausstellungen sind Vorträge vorgesehen.

Die Veranstaltungsreihe  »Geschichte(n) erleben: 30 Jahre friedliche Revolution« möchte insbesondere den teilnehmenden Schülern ermöglichen mittels fiktionaler und nonfiktionaler Literatur Wissen zu diesem historischen Ereignis zu erwerben, dessen historische Bedeutung für viele von ihnen kaum nachvollziehbar ist, für die Eltern- und Großelterngeneration jedoch lebensprägend war und daher in Familien besprochen und bewertet wird.

Insbesondere erzählende literarische Texte bieten die Möglichkeit der Identifizierung mit den Protagonisten aber auch des kritischen Hinterfragens. Das beinhaltet Möglichkeiten zur Reflexion und auch zur Diskussion.

Ausgangspunkt ist die Auffassung des Antragstellers, dass die Gesichter der Friedlichen Revolution überwiegend männlich sind, obgleich Frauen und Männer in der DDR-Bürgerbewegung gleichermaßen beteiligt waren.

Mit dem Projekt sollen Frauen in ihrem Aktiv-Sein über Original-Texte von 1989 in unterschiedlichen Formaten öffentlich werden. Die Texte bilden den Ausgangspunkt für einen Kunst-wettbewerb und werden in eine neue bildnerische Sprache transformiert.

Die Aktivitäten werden damit »in Wort und Kunst« öffentlich gemacht. Über offene Lese-Werkstätten, künstlerisch-bildnerische In-terpretationen und Ausstellungen wird über die Geschichte der »Frauen 1989« die Wichtigkeit aktiven eigenverantwortlichen und couragierten Handelns für das freiheitlich-demokratische Leben nachdrücklich begreif- und erlebbar.

Das Buchprojekt »Schule und Demokratie in Sachsen. Die Revolutionen von 1918 und 1989 und ihre Auswirkungen auf die Leipziger Schulen« soll das Spannungsfeld zwischen Demokratie und Diktatur aufzeigen, in dem sich die sächsischen Schulen seit 100 Jahren befinden.

Näher untersucht werden sollen die Möglichkeiten, die sich nach den Revolutionen boten. Dabei soll einer Reihe von Einzelfragen nachgegangen werden, beispielsweise zur Mündigkeit der Bürger, dem Engagement für Demokratie, zu nicht genutzten Chancen, zu selbstbestimmten Lernformen, zur Methode der freien geistigen Arbeit des Arbeitsschulpädagogen Hugo Gaudig.

Zu den 10. Deutsch-Deutschen Filmtagen der Partnerstädte Hof und Plauen unter dem Titel »Von der Teilung bis zur Einheit« werden etwa zehn Spiel- und Dokumentarfilme gezeigt, die sich mit den Themen Mauerbau, deutsche Teilung, Kalter Krieg, Friedliche Revolution, Grenzöffnung/Mauerfall und der deutschen Vereinigung auseinandersetzen.

Eingeladen werden dazu auch Regisseure, Zeitzeugen und weitere Referenten. Die Filmtage sind ein kostenloses Angebot der beiden Städte, das sich insbesondere an Schüler richtet.

Im Juli 2019 erscheint der Roman »Herbstjahr« des Antragstellers. Die Geschichte verdeutlicht die radikalen Umbrüche zwischen dem Herbst 1989 und der Wiedervereinigung ein Jahr später. Der Roman schildert die Friedliche Revolution und ihre Folgen für individuelle fiktive Personen.

Mit dem Projekt soll eine Lesereise und die entsprechenden Lesungen mit Moderation und musikalischer Begleitung finanziert werden.

Ein filmisches Porträt über die Familie Spitzner: Hans-Peter Spitzner war der letzte Mauerflüchtling. Er floh mit seiner siebenjährigen Tochter 1989 über den Grenzübergang Checkpoint Charlie nach West-Berlin. Heute arbeitet er als Berufsschullehrer.

Der 30minütige Dokumentarfilm soll auf Veranstaltungen, in Museen und in Schulen zum Einsatz kommen sowie zum Meinungsaustausch und zur Diskussion in der Gesellschaft anregen.

Schüler der Friedrich-Gottlob-Keller-Oberschule wollen den Ereignissen im Jahr 1989/90 in und um Hainichen nachgehen. Mittels Zeitzeugenbefragungen, Archivarbeit und Zeitungsartikeln aus der damaligen Zeit wollen sie eine Ausstellung erarbeiten. Für den Unterricht soll ein Faltblatt oder eine Broschüre erstellt werden; außerdem soll mit regionalen Medien zusammengearbeitet werden.

Zum Gedenken an die Friedliche Revolution sollen eine Foto-Ausstellung erstellt und ein Begleitprogramm organisiert werden. Es handelt sich um Fotos von Friedemann Dietzel, die zwischen dem 7. Oktober und dem 22. Dezember 1989 entstanden und durch begleitende Texte ergänzt werden.

Hinzu kommen Skulpturen und Plastiken aus Holz und Bronze, die sich mit den Begriffen Freiheit und Begrenzung auseinandersetzen. Als Begleitprogramm gibt es eine Vernissage, eine Lesung und eine Podiumsdiskussion zum Thema: Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf.

Im Rahmen eines Besuches aus Großschönau soll am 9.November 2019 in Hüfingen an die Friedliche Revolution erinnert werden.

Dabei werden insbesondere Zeitzeugen zu Wort kommen. Die damaligen Ereignisse sollen in einer Broschüre dargestellt, mit Zeitzeugen soll ein Ausstellungen erarbeitet werden, die in Großschönau und Hüfingen gezeigt wird. Zielgruppen sind u.a. die Schulen der Region sowie Vereine und Initiativen.

Seit 1991 wird in Reichenbach am Tag der deutschen Einheit ein Fest gefeiert, das mehr als 15.000 Besucher anzieht. Nun soll der ursprüngliche Anlass für das Fest wieder stärker betont werden.

Auch Reichenbach war Ereignisort der Friedlichen Revolution. Neben einer Demokratie- und Vereinsmeile soll es Angebote politischer Bildung geben. Eine Ausstellung zur Geschichte der Bundesrepublik mit Karikaturen soll gezeigt und ein WahlFUN-Stand (spielerisches Angebot zur politischen Bildung) aufgebaut werden. Mit einem Fotobuch werden die Veranstaltungen und Aktivitäten dokumentiert.

Eine bildhafte Zeitreise durch 30 Jahre Görlitzer Geschichte, die markante Orte des Landkreises gegenüberstellen soll, um den Menschen die damalige Situation von Görlitz als Grenzstadt zu Polen näherzubringen und den katastrophalen Zustand aufzuzeigen, in dem die Stadt sich zum Ende der DDR befand.

Dabei wird auf die Rolle der vielen entschlossenen Görlitzer Bürger und Denkmalschützer eingegangen, die sich damals für den Erhalt denkmalgeschützter Stätten und Häuser der Stadt einsetzten.

Dazu sind Interviews mit Zeitzeugen, eine Fotodokumentation über Görlitz 1989/2019, ein Fotokalender, die Eröffnung einer Ausstellung sowie die Einrichtung eines Geschichts-Geocach geplant. Es wird bei diesem Projekt grenzübergreifend mit der polnischen Stadt Zgorzelec zusammengearbeitet.

Die Stadt Crimmitschau möchte anlässlich des 30jährigen Jubiläums der Friedlichen Revolution eine Darstellung und Sammlung verschiedener Erinnerungen von Beteiligten aus Crimmitschau und der Umgebung in Form einer Wanderausstellung einrichten.

Die Befragung der verschiedenen Zeitzeugen sowohl aus Bereichen des städtischen Lebens als auch aus dem Privaten (Eltern, Familie) soll mit Berichten und Bildern dokumentiert werden, welche später in der oben erwähnten Ausstellung präsentiert werden.

Besonders Schüler und junge Menschen werden von dem Projekt angesprochen und sollen motiviert werden in verschiedenen Gymnasien und Schulen mit den Zeitzeugen persönlich in Kontakt zu treten.

Neben der Ausstellung ist eine Podiumsdiskussion im Theater der Stadt geplant. In dieser ist angedacht, dass die in der Ausstellung gezeigten Personen (Zeitzeugen) selbst über ihre Erfahrungen berichten und Erlebtes schildern.

Das Projekt des Institutes für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V. möchte durch eine populärwissenschaftliche Publikation Einblicke in die Erwartungen, Erinnerungen und Erfahrungen aus den lebensweltlichen Zusammenhängen geben, die durch den plötzlich entstandenen Zwang zur biografischen Anpassung in der Folge der Friedlichen Revolution entstanden.

Dadurch soll das Verständnis für aktuelle wie historische Prozesse befördert werden. Bei der beantragten Fördersumme handelt es sich um einen Druckkostenzuschuss für den Druck des Buches.

Die Friedliche Revolution und besonders die Rolle der Kirche in der DDR sind Jugendlichen entweder gar nicht oder nur vage durch Geschichtsunterricht bekannt. Diese eigenen Wurzeln der Geschichte erfahrbar zu machen und Generationen zu verbinden, ist der erste Schwerpunkt dieses Projektes. Es sollen Zeitzeugen aus Oschatz eingeladen werden.

Jugendliche sollen dazu einen eigenen lnterview-Fragenkatalog entwickeln und sich überlegen, welche Menschen sie konkret hier in Oschatz dazu interviewen wollen. Mit Hilfe eines Kameramannes werden sie diese Interviews durchführen und einen Filmbeitrag erstellen.

Sie sollen sich mit den Erfahrungen und Meinungen der Befragten auseinandersetzen und eigene Schlüsse für ein Demokratieverständnis entwickeln. Eigene Handlungsmöglichkeiten für gesellschaftliche Probleme sollen so formuliert und Schwerpunkte gesetzt werden.

Des Weiteren gestalten die Jugendlichen selbst einen Jugendgottesdienst/Jugendveranstaltung zum Thema Freiheit, Gerechtigkeit und  Demokratie, in den die vorherigen Zeitzeugengespräche und Filmbeiträge eingeflochten werden.

30 Jahre Friedliche Revolution in der Oberlausitz - Die Zittauer Johanniskirche war in den 80er Jahren als Offene Kirche ein Treffpunkt oppositioneller Bestrebungen. Friedensgebete wurden zu einer regelmäßigen Gelegenheit, die Probleme im eigenen Land aber auch internationale Konflikte zu thematisieren.

Am 19. Oktober gab es in der Oberlausitz die erste große Protestveranstaltung mit 10.000 Teilnehmern in Zittau, für die sich weitere Zittauer Kirchen öffneten. Teil des Projektes ist ein Denkmal (»Stern der Demokratie«), das in das Pflaster vor der Kirche eingearbeitet werden soll, außerdem drei Gedenktafeln.

Das Denkmal soll am 19.10. übergeben werden. An diesem Tag soll auch die »Die Zittauer Reden« fortgesetzt werden, die einen Rück- und Ausblick auf die Situation im Dreiländereck geben sollen. Im Vorfeld soll eine Broschüre erarbeitet werden, in der zeitgenössische Dokumente dargestellt und eingeordnet werden.

Anlässlich des 30. Jahrestages der Friedlichen Revolution plant das Museum sächsisch-böhmisches Erzgebirge im Bergmagazin Marienberg im November 2019, ein themenbezogenes Schülerprojekt sowie eine Abendveranstaltung für eine erwachsene Zielgruppe durchzuführen.

Genutzt wird eine Ausstellung des Martin-Luther-King-Zentrum e.V. in Werdau mit dem Titel »Es ging seinen Gang - Kritische Literatur in der DDR«. Der regionale Bezug zur Friedlichen Revolution in der Bergstadt Marienberg soll durch eine Foto-Dokumentation der Herbstdemonstrationen 1989 aufgegriffen und für die Besucher der Ausstellung zugängig sein.

Zum Auftakt des Projektes erhalten  Schüler der 9.-11. Klasse in einem Rundgang durch die Dauerausstellung des Museums zunächst eine Einführung in die Thematik. In einem anschließenden Workshop steht Utz Rachowski neben einer Lesung für ein Zeitzeugeninterview sowie eine offene Diskussionsrunde zur Verfügung. Die Schüler erhalten die Aufgabe, sich selbständig eigene Inhalte zu den vorgestellten und besprochenen Themen zu erarbeiten und in einer abschließenden Auswertungsrunde vorzustellen. Die Ergebnisse des Projektes fließen in die Dauerausstellung des Museums ein.

Ergänzend zum Schülerprojekt am Vormittag ist eine Abendveranstaltung für eine erwachsene Zielgruppe geplant. Utz Rachowski steht für eine Lesung sowie eine anschließende offene Diskussionsrunde zur Verfügung. Auch diese Veranstaltung versteht sich im Zusammenhang mit der Ausstellung, welche weitere themenbezogene Inhalte vertieft und erläutert.

Geplant ist eine Veranstaltung mit Impulsvortrag und anschließender Podiumsdiskussion, u.a. mit Lutz Rathenow (Sächsischer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur), Frank Nemetz (Vorsitzender VOS Sachsen) und Jörg Siegmund (Akademie für politische Bildung Tutzing).

Thema ist die Geschichte der Verfolgtenverbände, die mit der Veranstaltung breiter bekannt gemacht werden soll.

An die »revolutionäre und visionäre Kraft vor 100 Jahren« soll mit einer künstlerischen Aktion angeknüpft werden, die Impulse in die Stadtgesellschaft bringt.

Am historischen Ort, in der Nähe des Standortes des Zirkus Sarrasani soll ein Zelt aufgebaut werden. Im Zelt und in dessen Umgebung sind Performances mit Tanz, Musik, Zirkus, Walk Acten und eine Installation geplant. Bürger sollen beteiligt werden. Am Dresdner Schloss soll zudem eine Abschluss-Performance stattfinden..

Mit einer Veranstaltung in der Freiberger Petrikirche am 9. November 2019 soll an die dort 1989 stattgefundenen Foren und Friedensgebete erinnert werden.

Die Junge Gemeinde und Freiberger Jugendliche lesen Gedächtnisprotokolle; Schauspieler des Freiberger Theaters sind mit aktuellen Texten und dramaturgischen Beiträgen aktiv; Pfarrer Dr. Stahl bringt einen geistlichen Beitrag ein; Kantor Clemens Lucke begleitet an der Orgel. Anschließend gibt es einen Rundgang durch die Stadt, analog 1989, mit dem Kanonsingen »Dona nobis pacem«.

Das Kunsthaus Raskolnikow ist eine kleine, innovative Kulturinstitution in der Dresdner Neustadt. Bereits in den 80er Jahren wurde das Haus von Studenten der Hochschule für bildende Künste »instand besetzt«. In der Folge der Friedlichen Revolution wollte man ein eigenständiges Kunsthaus mit Künstlercafé, Galerie, Werkstätten, Ateliers und Künstlerwohnungen schaffen. Das Haus geriet dann in die damals typischen Interessenkonflikte, insbesondere die ungeklärten bzw. wechselnden Eigentumsverhältnisse.

Seit 1992 wurden in den vereinseigenen Galerieräumen sowie auch im öffentlichen Raum mit nationalen und internationalen Künstlern zahlreiche Projekte und Ausstellungen der Bereiche Malerei/ Grafik, Medienkunst, Drucktechniken, Zeichnung, Raumbezogene Kunst, Installationen, Konzept-kunst, Fotografie, Maschinenkunst, Performance und Themen zur Stadtgestaltung und Architektur  veranstaltet. Dabei spielt für den Verein die Einbeziehung des öffentlichen Raumes mit gesellschaftlichen Denk- und Arbeitsansätzen eine wichtige Rolle. Die Galerie ist Kommunikationsort.

Eine Chronik soll die Geschichte des Hauses erzählen.

Soroptimist International (SI) ist eine weltweit agierende Service-Organisation berufstätiger Frauen mit gesellschaftspolitischem Engagement.

Die beiden Clubs in Plauen und Hof möchten Anfang Oktober eine gemeinsame Veranstaltung in Hof und Plauen organisieren. Themen sind die Friedliche Revolution, insbesondere die Ankunft der Züge mit den Botschaftsflüchtlingen in Hof und die Grenzöffnung. Neben Vorträgen und dem Besuch des Grenzmuseums in Mödlareuth gibt es Stadtführungen und Gespräche mit Zeitzeugen.

Das Projekt möchte die Transformationsprozesse ab 1990 anhand der Beiträge von ca. 40 lokalen Fernsehveranstaltern in Sachsen in den 90er Jahren untersuchen. Der Vereinigungsprozess stellte bisherige Maßstäbe in Frage und führte zu einer Neujustierung; Verlust von Heimat, Vertrautem aber auch die Suche nach Neuem kennzeichneten diesen Prozess.

Viele unbeantwortete verdrängte Fragen stellen sich neu. Die Programme dieser lokalen Fernsehanbieter unterschieden sich von den öffentlich-rechtlichen Programmen und wurden bislang von der Forschung nicht erschlossen. Sie waren oft näher an den Menschen und sendeten in einer Zeit medialer Unbefangenheit.

Das Projekt möchte diese Programme analysieren, Befragungen und Zeitzeugeninterviews in ganz Sachsen führen und daraus Videos und Handreichungen für Multiplikatoren der politischen Bildung erstellen. Zudem sind Diskussionsveranstaltungen und Fachtagungen geplant.

Die im noch jugendlichen Alter eingesperrten Falk Mrazek und Hartmut Leimcke werden als Zeitzeugen zu einem moderierten Gespräch eingeladen. Sie wurden als Lehrlinge wegen »Republikflucht« verurteilt. Sie sollen Licht auf vergangene Ereignisse und besonders auf die Umstände im Jugendstrafvollzug der DDR werfen.

Die Zeitzeugen berichten von ihren persönlichen Schicksalen, geben Einblicke in die Zeit vor, aus und nach der Haft und werden über ihre Beweggründe sprechen, die sie motiviert haben, sich gegen das damalige System zu widersetzen.

Das Hauptaugenmerkt des Projekts liegt darauf, eine breite Öffentlichkeit für die Haftschicksale junger Menschen in der SED-Diktatur zu sensibilisieren. Die Veranstaltung soll weitere Zeitzeugen ermutigen, Kontakt zum Lern- und Gedenkort Kaßberg aufzunehmen.

Acht Künstler aus der Gegenkultur der DDR werden zu einer Ausstellungsperformance in die Kreuzkirche eingeladen. Auf vorgefertigten und selbst konstruierten Altären installieren und präsentieren die Künstler ihre Collagen aus Malerei, Dokumenten, Objekten, Skulpturen, Fotos, Pamphleten, Manifesten, Grafiken und Alltagsgegenständen aus ihren persönlichen Archiven.

Die Installationen beziehen sich auf die Zeit um 1989 und schlagen einen Bogen in die Gegenwart. Einer der acht Altäre wird während der Ausstellung von einem Künstler interaktiv mit den Besuchern gestaltet.

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