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Projektergebnisse 2020

Kompetenzzentrum für Gemeinwesenarbeit und Engagement e.V. »Von Menschen und Zeiten im Erzgebirge«

Männer und Frauen sitzen in einem Saal und unterhalten sich. © Romy Sachsenweger

Jeweils drei bis vier Menschen wurden in Erzählcafés eingeladen, um über ein bestimmtes Thema auf der Grundlage ihrer Erlebnisse und Erfahrungen zu berichten. Themen waren die Friedliche Revolution und der Einigungsprozess. Insgesamt konnten in der Region Aue-Bad Schlema 18 Teilnehmer gewonnen werden.

Einige Teilnehmer brachten Bildmaterial mit, um ihre Erzählung anschaulicher zu gestalten. Nach den Berichten folgte jeweils eine Diskussionsrunde. Einige Erzähler wurden im Nachhinein besucht, um Fotos von ihren Wirkungsstätten zu machen, die in einem Buch veröffentlicht wurden. Die Publikation war Teil des Projektes.

Das Buch wurde Schulen übermittelt und in der Stadtbibliothek und dem Museum in Aue-Bad Schlema bereitgestellt. Die Zeitzeugen können bei Bedarf ihre Geschichte in Schulen erzählen und stehen für Diskussionen zur Verfügung.

Netzwerk für Demokratische Kultur »Was wir hatten. Was wir suchten. Was wir sollen.«

Ein Schaufenster in einer Fußgängerpassage. Vor dem Schaufenster steht eine Laterne.
In zwei Schaufenstern der Wenceslaigasse in Wurzen wurde das Thema in verschiedenen Facetten zur Ansicht gebracht. 

Was brachten Friedliche Revolution und Deutsche Einheit den Menschen in Wurzen und Umgebung? Um die persönliche Sicht der Menschen, um ihre Biographien und Erfahrungen und zugleich um die Geschichte Wurzens ging es beim Projekt »Was wir hatten. Was wir suchten. Was wir sollen. Die Vergangenheit erzählen, um die Zukunft zu finden« des Netzwerks für Demokratische Kultur e.V.

Aus 20 Interviews ist, ergänzt um weitere Informationen, das Buch »Zeitenwende im Wurzener Land« von Silke Kasten entstanden, das erhältlich ist unter:

Neues Buch »Zeitenwende im Wurzener Land« von Silke Kasten erschienen

Die Ergebnisse des Projekts wurden außerdem verarbeitet in einem Film, einem Podcast und einer Ausstellung. Hineinschauen und hineinhören kann man beim Netzwerk unter:

Was wir hatten - Was wir suchten - Was wir wollen

Kultur- und Tourismusgesellschaft Pirna mbH »Umbrüche« – Intergenerationelles Zeitzeugenprojekt

Plakate mit Fotoaufnahmen der Friedlichen Revolution
Eine Sammlung von Berichten, Fotos und Objekten aus der Zeit 1989/90.  © Kultur- und Tourismusgesellschaft Pirna mbH

20 Zeitzeugen unterschiedlicher sozialer Herkunft blickten auf 30 Jahre wiedervereinigtes Deutschland zurück. In Interviews berichteten sie, wie sie die Friedliche Revolution erlebten, welche Erwartungen, Wünsche und Sorgen sie hatten.

Unterstützung bot dabei ein neues Format außerhalb des Stadtmuseums. An drei Tagen konnten Besucher im sogenannten »Kip Lädchen« mit Museumsmitarbeitern ins Gespräch kommen, diskutieren, Ideen entwickeln und ihre persönlichen Erinnerungen schildern.

Im Anschluss wurde eine Schaufensterausstellung in den leerstehenden Geschäftsräumen der Pirnaer Altstadt aus einer Sammlung von Berichten, Fotos und Objekten aus der Zeit 1989/90 konzipiert. Die sogenannten Zeitfenster boten insbesondere bei pandemiebedingter Schließung aller Kultur- und Freizeiteinrichtungen ein besonderes kulturelles Erlebnis. Dieses wurde dankend angenommen und von den Besuchern reflektiert. Für weiterführende Informationen konnten QR-Codes genutzt werden. Ein Briefkasten ermöglichte trotz der Einschränkungen Kommunikation.

Im Rahmen einer »Lebendigen Bibliothek« trafen ausgewählte Zeitzeugen auf interessierte Besucher. Dabei wurden Menschen zu Büchern und erzählten anderen ihre Geschichten in ungestörter Gesprächsatmosphäre. Das Ziel: Menschen zusammen zu bringen, die sonst keinen Kontakt zueinander hätten.

StadtMuseum Pirna

Umbrüche – Zeitzeugenprojekt zu Erfahrungen 1989/90 | StadtMuseum Pirna

Freiberger Zeitzeugen – Diskussionsreihe um Geschichte zu verstehen und Zukunft zu gestalten

Im Zeitraum Juli – September 2020 fand eine dreiteilige Vortrags- und Diskussionsreihe in Freiberg statt. Organisiert wurde das Projekt von Tobias Loitsch. Dabei ging es um die Verknüpfung von Geschichte (insbesondere Geschichte der Friedlichen Revolution) mit Gegenwart und Zukunft (aktuelle Themen und Herausforderungen, z. B. Integration von Geflüchteten).

Es wurde nicht nur engagiert diskutiert; auch das Theaterstück »Kohleschädel von Freiberg« wurde auf die Bühne gebracht und Musik dargeboten. Näher vorgestellt wurde das Wirken Alexander von Humboldts an der Bergakademie Freiberg. Mitgewirkt haben Theaterdarsteller; junge Künstler aus Freiberg, Syrien und dem Iran; Musiker und viele andere. Die Veranstaltungen fanden Anklang sowohl bei Freiberger Bürgern als auch bei Besuchern der Stadt.

Haus der Kirche »Wendekinder – Brückenbauer?! Was bleibt?«

Ein Plakat mit verschiedenen Illustrationen.

Im Projekt ging es um die Generation der »Wendekinder« und die Frage, ob sie im vereinten Deutschland Brückenbauer sein könnten.

Dazu wurden drei Podien, eine Lesung und ein Filmabend organisiert. Außerdem konnten sich in Biographie-Workshops »Wendekinder« mit den Generationen der Eltern und der Kinder austauschen. Behandelt wurde insbesondere das spezifisch »ostdeutsche« und wie man mit diesem Erbe umgehen solle.

Wendekinder – Brückenbauer?!

Digitalisierung von DDR-Frauenzeitschriften

Seit Gründung im Jahre 1990 ist die Feministische Bibliothek als Kind der Friedlichen Revolution dem Ziel verpflichtet, »die DDR-Frauengeschichte zu schützen, vor dem Vergessen, Verschweigen und Manipulieren« zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen (Konzeption 1992).

In diesem Sinne legten ehemalige Bibliotheksmitarbeiterinnen eine umfangreiche Sammlung an DDR-Frauenzeitschriften an. Aus Gründen des Bestandsschutzes und der Zugänglichkeit wurden einige Titel digitalisiert und aufbereitet. So hoffen wir, einen Beitrag zur Erhaltung von Originaldokumenten aus der DDR zu leisten.

Eine Auswahl dieser Zeitschriften wurden hinsichtlich ihrer Bewertung der staatlichen DDR-Frauenpolitik untersucht und die Forschungsergebnisse veröffentlicht.

DDR-Frauenzeitschriften und ihre Bewertung der DDR-Frauenpolitik (2020)

kollektiv WEGWOHIN GbR Festivalwoche »EINE REISE, WEGWOHIN«

Eine Frau sitzt an einem Tisch vor einer Schreibmaschine, dahinter steht ein Mann an einem Mikrofon. © ©Tom Schulze

Das Kollektiv WEGWOHIN initiierte eine Festivalwoche, in der stadtraumgreifend mit Theater und Lesungen, Hörspaziergängen und Impulsdiskussion die Leipziger DNA als Stadt der Friedlichen Revolution neu beleuchtet wurde. Dafür inspirierende Texte kamen von einem Dichter: Uwe Johnson – der »Dichter beider Deutschland«, der sich zeitlebens mit dem Trauma der deutschen Teilung und dem Verlust von Identität beschäftigt hat.

Als wichtiges »Werkzeug« produzierte das Kollektiv eine Impulsdiskussion, die den Zuschauern digital zur Verfügung gestellt wurde. Statt einer Live-Lesung der Johnsonschen Briefe entstand coronabedingt ein prominent besetzter Film.

Jahrzehnte nach dem Ende der Teilung scheinen die biografischen Unterschiede noch immer eine Rolle zu spielen. Die fast schockhafte Einführung der westlichen Ordnung in der ehemaligen DDR hat nach anfänglicher Euphorie unklare Identitäten hinterlassen. Während die einen die neue Freiheit nutzten, fühlen sich die anderen bis heute zurückgelassen. Das wurde in den partizipativen Modulen des Festivals deutlich.

Kurzdokumentation der Festivalwoche:

Leipziger Literaturhaus – Leipziger Debatte über Literatur

Ein Bildlogo mit der Aufschrift Leipziger Debatte über Literatur ©  Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung

Was bleibt von der Literatur, die in der DDR geschrieben wurde, und welche Bedeutung hatte der Mauerfall für die deutsche Literaturgeschichte? Bildet er eine Zäsur, markiert er gar eine Zeitenwende, oder ist er eher als ein Zwischenstopp zu begreifen?

Darüber diskutierten Schriftstellerinnen und Schriftsteller in zwei Podiumsrunden. Mit diesen Veranstaltungen fand erstmals die »Leipziger Debatte über Literatur« statt – ersatzweise im Digitalen. Geplant war sie ursprünglich für das Frühjahr 2020. Die Reihe wird alljährlich mit wechselnden Themen fortgesetzt.

Sorbisches Institut e.V. / Serbski institut z.t. »Die Freiheit winkt! Die Sorben und die Minderheitenfrage nach 1918«

Eine Ausstellung mit Informationstafeln.
Die Ausstellung wurde von Dr. Friedrich Pollack und Dr. Jana Piňosová, Historiker:innen am Sorbischen Institut in Bautzen, in Zusammenarbeit mit der Geschichtsagentur Culture and more aus Berlin erarbeitet.  © Sorbisches Institut/Serbski institut (Madlen Domaschke, 2021)

Für die Wanderausstellung haben Wissenschaftler:innen in rund 40 Archiven recherchiert, von Washington D.C. bis Prag. Aus dem reichen Fundus wurden zahlreiche bisher kaum bekannte Dokumente und Bilder für die Präsentation ausgewählt; darunter Flugblätter, Fotografien, Karikaturen und politische Plakate.

Bis 28. Mai 2021 ist die Ausstellung im Sorbischen Museum in Bautzen zu sehen, im Anschluss geht sie auf Wanderschaft durch die Lausitz, Sachsen und Brandenburg sowie Tschechien und Polen.

Die 15 Ausstellungstafeln sind durchgängig zweisprachig (Deutsch, Obersorbisch). Ergänzt werden sie durch gedruckte Guides auf Niedersorbisch, Tschechisch, Polnisch und Englisch.

Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. »Aufbau demokratischer Strukturen und Medien- und Pressefreiheit in der Transformationszeit nach 1989/1990« Oral-History Projekt

Mehrere Männer und eine Frau sind auf einer Collage abgebildet.
Gespräche mit Zeitzeugen der Friedlichen Revolution.  © Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.

Themen der audiovisuellen Zeitzeugengespräche waren nicht nur die Friedliche Revolution und das Ende der DDR, sondern auch die errungene Meinungs- und Pressefreiheit sowie der Aufbau demokratischer Strukturen. Neben den vielen Initiativen und Parteien, die sich 1989 und 1990 neu gründeten, um die Gesellschaft mitzugestalten, erfolgten in diesem Zeitraum mehr als 100 Zeitungsneugründungen. 

In teilweise mehrstündigen lebensgeschichtlichen Interviews wurden zwölf Zeitzeugen zu ihrem Leben sowie ihrem persönlichen und politischen Werdegang in jenen ereignisreichen Umbruchsjahren befragt. 

Die Ergebnisse der Gespräche sind in ganzer Länge im Archiv einzusehen, zu hören und fast immer auch nachzulesen. Ein kleiner Ausschnitt aus den Gesprächen findet sich seit Dezember 2020 online auf der Homepage des Archivs:

Archiv Bürgerbewegung Leipzig

Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V. »Zwischen den Zeiten. Erschließung und Digitalisierung von Fotos 19890/91«

Ein Buchcover, auf dem ein DDR-Plattenbau mit davor parkenden Autos abgebildet ist.
Karin Wieckhorsts Fotos aus den Leipziger Transformationsjahren 1990 bis 1992.  © Karin Wieckhorst

Seit Mitte der 60er Jahre dokumentierte die Leipziger Fotografin Karin Wieckhorst mit ihren Schwarz-Weiß-Fotografien den Alltag der DDR, insbesondere die Kunst-, Kultur- und Untergrundszene sowie die Entwicklung in Ostdeutschland seit der Friedlichen Revolution. Im Jahr 2020 übergab sie dem Archiv Bürgerbewegung mehr als 2.500 Fotografien aus der Umbruchszeit zwischen 1990 und 1992. Diese Fotos wurden digitalisiert und ein Band mit ausgewählten Fotos veröffentlicht, der auf Anfrage beim Archiv erhältlich ist.

Die Fotos stehen der interessierten Öffentlichkeit zur Ansicht und Nutzung unter folgendem Link zur Verfügung:

Arbeitskreis der Archive zu Widerstand und Opposition in Sachsen

Spinnerei e.V. »POCHEN Biennale für multimediale Kunst 2020«

Ein großes Plakat an einem Kran befestigt, befindet sich vor dem Karl Marx Monument in Chemnitz.
Kunstwerk »STRIKE« von Karolina Freino vor dem Karl-Marx-Monument in Chemnitz.  © Bela Bender

Alle zwei Jahre widmet sich die POCHEN Biennale Themen, die die Menschen der Region und Deutschland bewegen. Sie ist ein internationales Forum für Kunst und Gesellschaft und ein Experimentier- und Diskursraum für multimediale Kunst in Chemnitz. Künstler werden mit relevanten Stimmen aus Wissenschaft und Gesellschaft zusammengeführt.

Zur Biennale im Herbst 2020 nahm sich das POCHEN Team des historischen Themas »Die Treuhandanstalt und deren Wirkungsgeschichte für die Gesellschaft« an und lieferte es der Kunst aus. Das Ergebnis: Über 24 internationale Positionen eines künstlerischen Rechercheprozesses, der eine öffentliche Auseinandersetzung mit einem historisch wichtigen Thema provozierte.

Kunsthaus Raskolnikow e.V. / Galerie »WBS 70 – fünfzig Jahre danach: Rezeption des Plattenbaus in zeitgenössischer Kunst«

Gezeigt wird das Ausstellungsstück »Wohnmaschine« des Künstlers Martin Maleschka © Martin Maleschka »Wohnmaschine« 2019

Die Ausstellung beinhaltet Kunstwerke, die sich mit den industriell gefertigten Massenwohnungen vor 1990 auseinandersetzen. Anlass dafür ist das 50-jährige Jubiläum der - meist nur WBS 70 genannten -  Wohnungsbauserie 70, dem am weitesten verbreitete Plattenbautyp der DDR.

Es werden sowohl Werke klassischer Kunstgattungen, wie der Malerei, als auch Arbeiten aus dem Bereich der neuen Medien oder der konzeptuellen Kunst präsentiert. Ebenso stammen einige Arbeiten aus dem Grenzbereich zwischen Design, Wissenschaft und Kunst. So zeigt der polnische Künstler und Kunstprofessor Stefan Paruch Giebelwand des Kunsthauses eine Outdoor-Installation. Neben der Hauptausstellung im Galerieraum dient zudem eine Plattenbauwohnung in Dresden-Gorbitz als externer Standort. So wird in einer Wohnung die Indoor-Installation »Wohnmaschine 2.0« des Künstlers Martin Maleschka gezeigt.

Stadt Kamenz »Ihr seid mir scheene Rebbubligahnr!“ oder „Von Vision zu Vision« - Sonderausstellung

Gezeigt wird der Oberbürgermeister von Kamenz, Roland Dantz, bei der Eröffnung der Sonderausstellung
Oberbürgermeister von Kamenz Roland Dantz bei der Eröffnung der Sonderausstellung  © Sächsische Staatskanzlei

Diese Sonderausstellung zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung rückte die stadtgeschichtlich gesehen bisher nur selten und bruchstückhaft betrachtete Zeitspanne von 1919 bis 2020 in den Fokus. Sie beleuchtete die politische Entwicklung seit der Gründung des Freistaates Sachsen und den Wandel des Kamenzer Stadtbildes anhand von Luftaufnahmen.

Prof. Dr. Rüdiger Steinmetz / Dr. Judith Kretzschmar »Heimat heute« – oder: »Jeder hat sein Nest im Kopf.« Transformationen ins vereinte Deutschland im Spiegel von Lokal-Fernsehprogrammen in Sachsen (1990-1995)

Gezeigt werden Oliver Schenk und die Projektträger Rüdiger Steinmetz und Judith Kretzschmar © Sächsische Staatskanzlei

Am 9. Oktober 2020 eröffneten Kai Emanuel, Landrat des Landkreises Nordsachsen und Staatsminister Oliver Schenk im Schloss Hartenfels die Ausstellung »Land im Umbruch«. Sie ist ein Ergebnis des Projektes von Rüdiger Steinmetz und Judith Kretzschmar, das die Hinterlassenschaften des sächsischen Lokalfernsehens zwische 1990 und 1995 auswertet und zugänglich macht. Der Ausstellungsrundgang in Torgau verdeutlichte die tragende Rolle audiovisueller Medien in der Vergangenheit sowie auch in der Gegenwart.

Landkreis Erzgebirge »Aufbruch-Umbruch-Demokratie / 30 Jahre Deutsche Einheit«

Gezeigt wird die Eröffnung des Schülerwettbewerbs durch den Landrat des Erzgebirgskreises, Frank Vogel. © Sächsische Staatskanzlei

Der Landrat des Erzgebirgskreises hatte im September 2020 anlässlich 30 Jahre Deutsche Einheit einen Schülerwettbewerb mit dem Titel »Demokratie selbstverständlich?!« ausgerufen.

»Es war ein seit längerer Zeit gehegter Wunsch bzw. eine Idee, die Zeit der Friedlichen Revolution mit dem heutigen Verständnis für Demokratie und gesellschaftlichem Engagement ins Verhältnis zu setzen und insbesondere Schülerinnen und Schüler im Landkreis mit diesem Thema als bildungspolitischen Auftrag zu konfrontieren, sie dafür zu interessieren.«, so der Landrat zum Anliegen des Wettbewerbes.

Teilnahmeberechtigt waren Oberschulen und Gymnasien der Klassenstufen 7/8 und 9/10 sowie Förderschulen aus dem Erzgebirgskreis.

naTo e.V. »Die deutsche Revolution in Leipzig – Alltagsleben in den Revolutions- und Krisenjahren 1918 - 1923«

Ausstellung im Hauptbahnhof Leipzig
Ausstellung im Hauptbahnhof Leipzig  © Daniel Reiche

Leipziger Straßen und Plätze waren wichtige Schauplätze der Revolution von 1918/19. Im Leipziger Hauptbahnhof und auf der Karl-Liebknecht-Straße wurden Stelen aufgestellt, auf denen künstlerisch gestaltete Silhouetten von Protagonisten der Revolution zu sehen waren.

Die Ausstellung sollte darüber hinaus einen Einblick in die Lebenswelt der Leipziger Bevölkerung in der unruhigen Nachkriegszeit gewähren.

Die Vernissage fand am 16. Oktober 2020 in den Promenaden des Hauptbahnhofs Leipzig statt. Bestandteil des Rahmenprogramms waren Diskussionsveranstaltungen, Vorträge, Filme und Konzerte. Außerdem wurde eine Homepage erarbeitet:

Alltag/Revolution Leipzig 1918-1923

Bürgerkomitee Leipzig e.V. Musikprojekt »ÜberWunden« zu Haft und Repression in der DDR

Gezeigt wird das CD-Cover
CD-Cover  © Gedenkstätte Museum in der »Runden Ecke« (Rainer Hofmann-Battiston)

Gerhard Bause war Ende der 80er Jahre in Bautzen II inhaftiert. Seine Hafterfahrungen hat er in Gedichten verarbeitet und im letzten Jahr einen Gedichtband veröffentlicht (»Ohne Ruhe rollt das Meer«). Gemeinsam mit dem Liedermacher Stephan Krawczyk hat er einige der Gedichte vertont. Im Rahmen dieses Projektes konnten die Lieder auf einer CD herausgegeben und damit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Wurzener Geschichts- und Altstadtverein e.V. »So konnte es nicht weitergehen – Eine Stadt (Wurzen) erzählt die Wende« und Stadt Wurzen »Wurzen – Ankunft in einer anderen Zeit. Die 1990er Jahre

Gezeigt wird die Danksagung für die Vernissage von Dr. Jürgen Schmidt, Vorsitzender des Wurzener Geschichts- und Altstadt-Vereins, an Dr. Cordia Schlegelmilch.
Buchlesung und Vorstellung des Begleitbandes zur Ausstellung  © Dr. Jürgen Schmidt

In den Zeiten 1990 und 1996 hat die Soziologin und Fotografin Dr. Cordia Schlegelmilch rund 170 mehrstündige biographische Interviews in der Stadt und im Kreis Wurzen durchgeführt sowie die Veränderungen der Stadt mit mehr als 3.000 Fotografien dokumentiert. Am 15. Oktober 2019 eröffnete sie in der Städtischen Galerie im Alten Rathaus eine Ausstellung mit 106 großformatigen Fotografien aus der unmittelbaren Wendezeit 1990/91. Insgesamt besuchten ca. 1.400 Menschen die Ausstellung.

Parallel dazu erschien ihre Publikation »Eine Stadt erzählt die Wende«, in dem eine Folge von Interviewzitaten zu einer Textcollage verbunden wird. Aus diesem Projekt heraus entwickelte sich unter der Trägerschaft der Stadt Wurzen das 2020 erschienene Fotobuch mit 170 Fotografien »Wurzen. Ankunft in einer anderen Zeit – Die 1990er Jahre«. In sieben Kapiteln nimmt Cordia Schlegelmilch den Betrachter mit auf einen Streifzug durch die Straßen und Plätze der Stadt.

Kunst der Lüge e.V. »Labylysium«

Gezeigt wird das »Labylysium« mit Kathrin Ollroge am 9. Oktober in Leipzig
»Labylysium« mit Kathrin Ollroge am 9. Oktober in Leipzig  © Juliane Vowinckel

In der Leipziger Innenstadt wurde ein Skulpturengarten aus einer mobilen Ausstellungsarchitektur errichtet. Dieser ermöglichte vom 2. bis zum 11. Oktober direkte Begegnungen und Gespräche zwischen Zeitzeugen, Künstlern, Passanten, Touristen und Schulklassen. Um den Tag der deutschen Einheit herum wurden zudem Künstler eingeladen, das Labyrinth zu bespielen. Der Skulpturengarten wurde anschließend als Ausstellung im Lügenmuseum Radebeul aufgebaut.

Olivia Golde Literarisches Künstlerbuch: »Karstadt waren wir«

Gezeigt wird das Buch-Cover
Buch-Cover  © Olivia Golde. Collage von Katrin Erthel, geschnitten aus Photographien von Wolfgang Swietek.

In dem Buch werden die Geschichten von Frauen erzählt, die Anfang der 1990er Jahre ihre Anstellung in der Leipziger Karstadt-Filiale (ehem. Centrum-Warenhaus) aufnahmen und mit Schließung der Filiale 2019 arbeitslos wurden. Bestehend aus Dokumentation, in der die Frauen von sich berichten, und Fiktion wird ein Stück Leipziger Geschichte erzählt.

Künstlergut Prösitz e.V. »Revolution und Demokratie von 1919 bis ´89«

Gezeigt werden die Künstler der Licht- und Musikperformance »Revolution & Demokratie«
Die Künstler der Licht- und Musikperformance »Revolution & Demokratie«  © Detlef Rohde

Mit der Inszenierung »Herbst ’89 – Revolution und Demokratie von 1919 bis ’89« fand am 4. Juli 2020 eine audiovisuelle Reise durch die deutsche Vergangenheit statt. Außerdem wurde anlässlich des 30. Jahrestages der Deutschen Einheit, am 27. August 2020, ein Denkmal für »Revolution und Demokratie« auf dem Töpfermarkt in Mutzschen eingeweiht.

Ralph Grüneberger »Leipziger Geschichten«

Gezeigt wird das Buch-Cover
Buch-Cover  © Gmeiner Verlag

Der Kurzgeschichten-Band handelt von dem Leben in Leipzig vor und nach der Wiedervereinigung. Im Mittelpunkt stehen dabei Frauen und Männer, für die die neu gewonnene Freiheit Fluch und Segen zugleich war. Die Buchpremiere fand am 16. August 2020 im Schillerhaus in Leipzig statt.

Zentrum für Kultur und Geschichte GbR Sonderausgabe »Sächsische Heimatblätter«

Gezeigt wird das Cover der Sonderausgabe.
Cover der Sonderausgabe  © für den Titel: ZKG GbR, für die verwendete Titelabbildung: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig

Die »Sächsischen Heimatblätter« erscheinen seit 1954. Die Ausgabe 4/2020 wurde als Sonderausgabe dem Thema „Revolution und Demokratie“ gewidmet. Sie enthält wissenschaftlich fundierte, gut lesbare und bebilderte Beiträge zu den Revolutionen im 19. und 20. Jahrhundert sowie zur Demokratiegeschichte Sachsens.

Kirchliche Frauenarbeit der Ev.-Lutherischen Landeskirche »FrauenLebenDemokratie«

Gezeigt werden Informationen zur Ausstellung © Gudrun Pielenz

Die Ausstellungsreihe, welche am am 21. Dezember 2020 virtuell eröffnet wurde, erzählt mittels Frauenbiografien europäische Zeitgeschichte. Dabei schauen Frauen verschiedener Generationen individuell zurück und nach vorn und teilen ihre persönlichen Perspektiven auf ihr Leben in Deutschland, Polen und Tschechien mit. Die Ausstellung ist einerseits webbasiert im Internet und andererseits als Wanderausstellung in Form von Roll-Ups konzipiert.

Carsten Möller »O-TON – biographisches Zeitzeugenportal«

Gezeigt wird das Zeitzeugenportal
Zeitzeugenportal  © Carsten Möller

Menschen sprechen über ihr Leben vor, während und nach 1989 - unkommentiert und ungekürzt. Sie haben in unterschiedlichen Gesellschaftssystemen gelebt und Erfahrungen gemacht in gegensätzlichen Lebenswirklichkeiten. Dazwischen eine Revolution, die alle vermeintlichen Gewissheiten auf den Kopf stellte. Sozialisation und Umbruch ließen doppelte Biografien entstehen. O-TON erforscht, was die Menschen von ihren besonderen Biografien erzählen. Das Projekt verbindet dabei die Tradition der Oral History mit den Möglichkeiten eines Digitalarchivs, das den Hörerinnen und Hörern präzise zeitliche und thematische Zugriffe auf Gesprächsausschnitte erlaubt.

Frauenkreis der ehem. Hoheneckerinnen e.V. »40 Jahre Diktatur der DDR – 1949 – 1989. Frauenzuchthaus Hoheneck – Ort des Justizterrors« - Wanderausstellung

Gezeigt wird eine Räumlichkeit des Frauenzuchthauses Hoheneck
Frauenzuchthaus Hoheneck  © Valerie Misz 2020

Kern der Ausstellung sind Porträts ehemals in Hoheneck inhaftierter Frauen sowie Aufnahmen des früheren Frauengefängnisses.

Die Vernissage in der Gedenkstätte Bautzner Straße musste coronabedingt abgesagt werden. Für die Zukunft sind jedoch, neben Dresden, die Städte Stollberg, Chemnitz und Dortmund als weitere Standorte für die Wanderausstellung vorgesehen.

Stadt Wittichenau »(An)Sichten – Fotos und Geschichten einer katholischen Kleinstadt in Sachsen«

Gezeigt wird eine der Tafeln welche im Schaufenster eines Geschäfts ausgestellt wurde.
Tafel im Schaufenster eines Geschäfts  © Beate Hufnagel

Bürger der Stadt Wittichenau wurden dazu aufgefordert, Fotos mit Stadtansichten und besonderen Ereignissen zur Verfügung zu stellen. Es entstanden insgesamt 24 Tafeln, welche die Entwicklung der Stadt Wittichenau nach der Friedlichen Revolution dokumentieren. Die beleuchteten Tafeln wurden in die Schaufenster und Auslagen von Geschäften sowie an weiteren markanten Stellen der Stadt aufgestellt.

Eine Welt e.V. »Bürgerrechte – Bürgerrechtler, die 89er im Heute«

Gezeigt werden Besucher beim Betrachten der Ausstellungsstücke.
Besucher beim Betrachten der Ausstellungsstücke  © Gabriele Fantoni

Das Projekt schlägt einen Bogen von den Ereignissen vor 30 Jahren zu aktuellen Herausforderungen, etwa dem Ausstieg aus der Braunkohleförderung. Dafür wurde eine Fotoausstellung mit historischen Bildern von ehemaligen Orten im Leipziger Braunkohlenrevier, die dem Braunkohleabbau weichen mussten, sowie eine  »Wende-Aktionskiste« mit historischen Materialien zur Friedlichen Revolution, erstellt. Die Ausstellung wurde im Dezember eröffnet und kann nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden.

anDemos e.V. Institut für angewandte Demokratie- und Sozialforschung »Was Revolutionen Demokratien erzählen. Zeugnisse der sächsischen Frauenbewegung aus der Zeit der Friedlichen Revolution«

Eine Fotocollage aus alten Zeitungsartikeln. © anDemos e.V.

Fragen aus der Zeit der Revolution wurden auf die heutige Demokratie übertragen: Welche Bedeutung hat das Zukunftsversprechen für Demokratien, mit welcher Motivation engagieren wir uns und treten in die Öffentlichkeit? Wie gehen wir mit Enttäuschungen in unserem politischen Engagement um? Zeitzeuginnen berichteten über Erlebnisse und Erfahrungen aus der Endphase der DDR.

Auf der Grundlage ihrer Erzählungen, ergänzt von Zeitdokumenten und einer revolutions- und demokratietheoretischen Rahmung haben Gespräche verschiedener Generationen in Leipzig und Görlitz, sowie in zwei weiteren digitalen Veranstaltungen stattgefunden.

Bürgeruni e.V. »Unterwegs mit dem gelben Wartburg - Portraits aus Sachsen«

Ein gelber Wartburg vor rotem Grund.

Das Buch »Unterwegs mit einem gelben Wartburg – Porträts aus Sachsen« zeigt die Lebenswege von Menschen aus Görlitz, Leipzig, Dresden, Chemnitz, Zwickau und Marienberg. Die Zeitzeugen berichten aus dem Alltag in der DDR, von ihren Erfahrungen während der friedlichen Revolution und ihrer Sicht auf das heutige Deutschland.

Die zugrundeliegenden Gespräche führte die finnische Fotografin und Journalistin Kati Koivikko von 2014-2017. Ihr Interesse für Sachsen entstand zu Studienzeiten, als sie in Leipzig den 1. Tag der Deutschen Einheit erlebte. Mit dem Interviewprojekt ging sie der Frage nach, wie es mittlerweile um die Wiedervereinigung bestellt ist.

Das Buch erschien 2019 in Finnland und wird dank der Förderung durch das Programm »Revolution und Demokratie« nun dem Publikum in Deutschland zugänglich gemacht. Die zugehörige Fotoausstellung wird im Februar 2022 in Tampere, der Partnerstadt von Chemnitz zu sehen sein.

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